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Tag (West-Ufer)
- Im Dorf der Handwerker von
Deir el-Medina, ganz hinten gelegen in
einem Tal, zwischen dem Tal der Könige und dem Tal der
Königinnen, haben Generationen von Arbeitern und von
Künstlern für die Aushöhlung und die Dekoration der
königlichen Gräber unter hoher Aufsicht gearbeitet,
unter Berücksichtigung des geheimen Charakters ihrer
Verwirklichungen. Das Interesse dieses Besuches ist
doppelt. Zunächst ist dieses Dorf die wichtigste zivile
Wohnstruktur der Epoche, die bis heute entdeckt wurde.
Zweitens benutzten diese Arbeiter ihre "Freizeit" für
den Bau ihrer eigenen Gräber. Die drei zum Besuch freien
Gräber, obwohl von bescheidenen Dimensionen, zeigen eine
reiche Palette von Farben und von sehr interessanten
Szenen des Alltags ¤ das
Grab von Sennodjem, das Szenen vorstellt, in
denen der Verstorbene und seine Gattin verschiedene
Gottheiten ehren, besonders die Göttin des Westens oder
Göttin des Sycamore, des symbolischen Baumes des Gartens
des Jenseits. Auf einem anderen Gemälde sind die
Verstorbenen mit Arbeiten auf dem Land beschäftigt, in
den Feldern von Ialu, dem mythischen Ort des
Jenseits; ¤ das
Grab von Inerkha mit einem großartigen Gemälde
der die Schlange Apophis tötenden Katze von Heliopolis,
sowie einer
Szene, wo der Verstorbene und seine Gattin im Bann
der Harfe eines
blinden Musikers sind; ¤
das
Grab von Peschedu befindet sich etwas oberhalb
der zwei anderen und sein Besuch erfordert eine
zusätzliche Eintrittskarte, aber der Blick
auf die Überreste des Handwerker-Dorfes von hier aus ist
großartig. Man findet dort ein bemerkenswertes Gemälde,
welches den Verstorbenen in
der Verehrung von Osiris, dem Gott der Toten,
darstellt,
einer Szene
großer mythologischer Kompliziertheit (ein sich aus dem
Berg erhebendes Horusauge das Osiris eine aus einem
Gefäss auftauchende Fackel reicht?).
Bevor
Sie Deir el-Medina verlassen, besuchen Sie den kleinen
der Göttin Hathor gewidmeten sehr gut erhaltenen
Tempel aus ptolemäischer Zeit. Er befindet sich
am nördlichen Ausgang des Dorfes zum angrenzenden Tal.
Drinnen werden Sie drei Kapellen vorfinden, deren Dekor
beachtenswert ist: ¤ in der rechten Kapelle,
eine Reihe von Gottheiten, wovon Hathor unter den
Charakterzügen einer Frau aber auch einer
Kuh; ¤ in der linken Kapelle, eine sehr
interessante Szene eines Toten-Gerichtes, geleitet von
Osiris und unterstützt von zahlreichen Laienrichtern.
Das Herz des Verstorbenen liegt auf einer Waagschale,
während auf der anderen Schale eine Feder, die
Gerechtigkeit und die Wahrheit symbolisierend,
dargestellt ist. Der Gott Thot mit Ibis-Kopf prüft das
Abwiegen. Nahe der Waage befindet sich "Seelen-Verschlinger", ein Hybrid-Monstrum, das
bereit ist, den Verstorbenen zu verzehren, wenn das
Urteil ungünstig ausfallen sollte.
- Das Tal der
Königinnen, das sich oberhalb des Dorfes
befindet und das etwa sechzig Gräber umfasst,
von einfachen Brunnen bis zu schönen zum Besuch
geöffneten Grabstätten, in denen die
sterblichen Hüllen von Prinzen, Prinzessinnen und Königinnen, aber
in der Spätzeit auch diejenigen von Priestern und hohen
Beamten, beigesetzt
wurden. Heute sind nur noch drei Gräber zum
Besuch geöffnet (leider ist das Meisterwerk der
ägyptischen Grabstätten, das Grab der Ramses II.-Gemahlin
Nefertari, für eine unbestimmte
Dauer geschlossen). Sie können die Gräber
von
Amun-her-Chepeschef, von
Chaemwasef,
beides Söhne von Ramses III., und das Grab von
Titi, der königlichen Gemahlin, besuchen Die bemalten
Reliefs sind von erstaunlicher Farbenfrische und
Sorgfalt in der
Ausführung.
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